Rückschau auf die Ereignisse, Herausforderungen und Aktivitäten von Lebnetz e.V. im Jahr 2009
Das Jahr 2009 war für Lebnetz e.V. ein sehr bewegendes Jahr. Im März 2009 verabschieden wir uns von der Idee, die alte Ebneter Feyelschule für ein
Mehrgenerationen Wohnprojekt mit integriertem Stadtteil Laden, Cafe und Vereinsräumen, Malatelier und Hebammenpraxis nutzbar zu machen. Zu umfassend (und letzendlich auch zu teuer) sind die zu bewältigenden
Aufgaben für ein rein auf privater Ebene geplantes Projekt dieser Größenordnung. Ein deutliches Interesse bzw. Unterstützung für unsere Idee von Seiten der Stadt Freiburg (die als Eigentümerin der
Schulgebäude zudem keinerlei Angaben über den zu erwartenden Kaufpreis macht) fehlt. Vage Zusagen der Stadt, beim geplanten Verkauf das Objekt Feyelschule vielleicht für ein Mehrgenerationen - Projekt
auszuschreiben, klingen für uns wenig konkret und sind von daher nicht hilfreich.
In Ebnet selbst gibt es zwar Interesse an unserer Idee seitens des Ortschaftsrates Ebnet und der ARGE Ebneter
Ortsbild. Allerdings ist auch das für uns in dieser Phase keine wirklich konkrete Hilfe. Wir sind unter großem Zeitaufwand damit beschäftigt, uns in viele Themengebiete einzuarbeiten, führen viele Gespräche
und lernen neues Vokabular kennen (dazu nur Beispiel: was ist eine Bauanfrage, warum, wie und bei wem stellt man eine solche?). Finanzen, Bauplanung, Rechtsformen, welche Personen sind für was zuständig. Ein
immer unübersichtlicher Moloch von Notwendigkeiten türmt sich vor uns auf und will bewältigt werden. Und so ganz “nebenbei” muss auch noch ein Gruppenfindungsprozess gestaltet werden. Als nach einer
Einschätzung des Architekten Frey das Ausmaß des zu erwartenden finanziellen Aufwands (allein für den Umbau) klar wird, beschließen wir, das Projekt Feyelschule nicht weiter zu verfolgen. Es wird klar, dass
wir ein sozial ausgerichtetes Projekt dieser Größenordnung ohne professionelle und sachkundige Unterstützung und auch nicht ohne eine Einbindung in eine sinnvolle Stadtteilentwicklung bewältigen können und
wollen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die zu diesem Zeitpunkt instabile Gruppenkonstellation. Es folgt eine Phase des Innehaltens und der Neuorientierung. Wir beschließen, den Schwerpunkt unserer
Aktivitäten jetzt erst einmal auf die Organisation interessanter Veranstaltungen und gemeinschaftsbildender Aktivitäten zu legen. Dazu gehören interne Treffen ebenso wie offene Stammtische, Spaziergänge,
Ausstellungen, Feste, Hauskonzerte und Filmvorführungen.
Gemeinsam mit weiteren Projektinitiativen arbeiten wir aber weiter daran, das Thema “Neue Wohnformen” in die Öffentlichkeit zu tragen. Ein
Erfolg ist es, als unser Anliegen im Sommer 2009 im Freiburger Stadtentwicklungsausschuss thematisiert wird.
Unsere Aktivitäten werden im Verlauf des Jahres 2009 immer bekannter. Auch erhalten wir
sehr viele Anfragen von Menschen, die gern in Ebnet in einem Mehrgenerationen Quartier leben möchten. Leider können wir da nicht helfen - wir “brauchen” weitere engagierte Menschen, die bereit sind, sich für
dieses Ziel selbst aktiv mit einzusetzen. Durch die aktive Netzwerkarbeit entstehen bundesweite Kontakte. Im Oktober 2009 kommt eine Gruppe StudentInnen von der FU Berlin, um uns zu unseren
Zielen zu interviewen. Das Thema “Stadtteilentwicklung von Unten” (das bürgerschaftliche Engagement von Menschen, die ihren Stadtteil aktiv mitgestalten möchten) beschäftigt die Universitäten und
Fachhochschulen.
So ist es eine Frage der Zeit, bis auch in Freiburg und insbesondere im Stadtteil Ebnet die Bereitschaft wächst, das Engagement von Gruppen wie Lebnetz e.V. aufzugreifen und
gemeinsam mit uns und anderen Projektinitiativen eine zukunftsweisende Stadtteilentwicklung voran zu bringen. Als Lebnetz e.V. haben wir im Jahr 2009 durch unsere Aktivitäten viele bereichernde
Begegnungen ermöglicht und in vielen Gesprächen einen Bewusstseinsbildungsprozess zum Thema “Gemeinschaft und neue Wohnformen” in Gang gesetzt.
Es ist ein (inter)kulturelles und soziales Netzwerk entstanden, das konitinuierlich wächst. Hier eine - ungeordnete - Auflistung der Aktivitäten von Lebnetz e.V. im Jahr 2009
- Teilnahme an der Immo Messe Freiburg im März 2009 zusammen mit dem Netzwerk für neue Wohnformen - GeWo Freiburg
Regelmäßige Netzwerktreffen mit dem GeWo Netzwerk
Diverse Interviews z.B. mit der Badischen Zeitung Freiburg, FU Berlin, PH Freiburg, KFH Freiburg
Filmabend „Bedingungsloses Grundeinkommen - ein Kulturimpuls“ im Gasthaus Ruh in Kooperation mit dem Lernort Kunzenhof
Kora Konzert Basuru Jobarteh
Austausch über mögliche gemeinsame Ziele mit dem Jugend- und Bürgerforum “Haus 197”
Meditative Klangkonzerte
Bilderabend „Nomaden in der marokkanischen Wüste“
Teilnahme am Langen Tisch der Theatertage BW Juni 2009
Vorstellung von Lebnetz e.V. bei einer Veranstaltung der Freiwillenagentur Freiburg
Lebnetz e.V. Sommerfest 2009 Musik - Kunst, Begegnung und Kultur für Alt und Jung am Elisabeth von zur Mühlen Platz
Regelmäßige Stammtische im Gasthaus Ruh >> immer am 5. eines Monats ab 20 Uhr
Spaziergänge und Mittagstische
Filmnachmittag in Kooperation mit Haus 197 “Home - für Pessimismus ist es zu spät”
Vortragsabend und Seminar mit der Buchautorin Sobonfu Somè aus Burkina Faso/Westafrika zum Thema „Unsere Zukunft braucht Gemeinschaft“ im November 2009 Mehr Info
Afghanischer Abend (Film und Vortrag) mit der in Ebnet lebenden Familie Farhatiar zugunsten der Deutsch-Afghanischen Gesellschaft
Kreative Gemeinschaftsaktion für Alt und Jung >> Mandala Gestaltung am Elisabeth von zur Mühlen Platz anlässlich des einjährigen Bestehens von Lebnetz e.V.im Oktober
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