Rundbriefe

Rundbrief 29. Oktober 2018
Am kommenden Samstag, dem 3. November, laden wir von 15 - 17.30 Uhr wieder zum Trommel Cafè ein. Es findet nun schon zum zweiten Mal in unserem neuen "Trommel - Zuhause" im Haus 197 in Littenweiler, Schwarzwaldstr. 197 statt. Beim letzten Mal war das Wetter noch sommerlich, wir konnten draußen im Garten sein und das war sehr schön. Diesmal sind wir im Haus und damit ist es auch für uns nochmal eine spannende neue Erfahrung, wie sich vor Ort alles organisieren wird. In jedem Fall freuen wir uns, wenn Ihr (wieder) dabei seid! Teilnahme ist wie immer kostenfrei, wir freuen uns aber über Spenden, gern auch in Form von süßem oder salzigen Fingerfood. Hier ist noch der Einladungslink http://www.lebnetz.de/trommel-cafe.html

Was noch?
Am heutigen Montag finden in Freiburg (am Platz der alten Synagoge und am Martinstor um 18 bzw. 18.30 Uhr) Demonstrationen in Reaktion auf das abscheuliche Verbrechen an einer jungen Frau statt. Bestimmte Kräfte nutzen einmal mehr die Gelegenheit, um pauschal gegen Geflüchtete zu hetzen. Ja - dagegen müssen wir aufstehen und zeigen, dass es in dieser Welt keine einfachen Erklärungen und Lösungen gibt. Und wir sind VIELE, denen Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit ein Anliegen ist. Die #unteilbar Demonstration kürzlich in Berlin (wie auch die unzähligen Kundgebungen seit Wochen und Monaten in anderen Orten) war und ist dafür ein eindrückliches Zeichen.

Bei all den besorgniserregenden Entwicklungen in der Welt ist Hoffnung eine starke Kraft. Zusammenstehen und Erfahrungen ermöglichen, in denen Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten mit unterschiedlichstem Hintergrund einander näher kommen (können). Das fördert Verständnis und Einfühlung. Das brauchen wir dringend. Im Kleinen wie im Großen. Deshalb trommeln wir. Jeden Montag (übrigens auch heute) - seit nunmehr fast vier Jahren. Viele Menschen haben in dieser Zeit mit uns gespielt, manche nur für kurze Zeit bis sie aus unseren Augen wieder verschwunden sind. Und so manchmal habe ich mich gefragt, ob das Projekt wirksam ist, ob eine (unsere) Drum Family tatsächlich etwas zum Guten bewegen kann. Ist es genug, ist es das Richtige, was ich tue/was wir tun?
Eine unerwartete Antwort darauf kam heute morgen. Jemand bedankte sich per message (nach nunmehr zwei vergangenen Jahren) dafür, dass wir ihn und seine Familie damals als Menschen und nicht als Flüchtlinge behandelt haben. Für diese Familie offensichtlich eine nachhaltig heilsame Erfahrung in einer schweren Zeit. Solche feedbacks kommen selten, aber zum Glück kommen sie gelegentlich. Denn sie lehren mich etwas: Was für mich persönlich selbstverständlich ist und nicht einer Rede wert, kann für andere unglaublich wichtig sein. Es ist eine innere Haltung, die den Unterschied macht, nicht immer sichtbar, nicht immer sofort zu benennen, aber zu spüren und damit bedeutsam. Wie beim Trommeln, beim improvisierten Musizieren. Es gibt diese Momente, in denen alles fließt und sich verbunden anfühlt, ein groove spürbar wird. Dazu haben alle Beteiligten beigetragen mit ihrer Präsenz, ihrer Einstellung, ihrem "sich Einlassen". Gleiche Augenhöhe. Wir sind dann Teil eines unsichtbaren Pulses, der diese Welt im innersten trägt ....

In ihrem kleinen Büchlein zur "Lebendigen Demokratie" beschreibt Ute Scheub in den Eingangskapiteln Demokratie als einen musikalischen Prozess. Ich fand es spannend zu lesen, denn das Drum Family Projekt ist ja letztendlich ein "Übungsfeld" für ein Miteinander auf Augenhöhe unabhängig von Herkunft ...  . Wer sich interessiert, kann hier den Text downloaden oder auch gegen Spende bei Mehr Demokratie bestellen https://www.mehr-demokratie.de/fileadmin/pdf/2017-06-15_Demokratie_Die_Unvollendete.pdf

Zum Schluss:
Vom 4. - 11. November ist in ganz Freiburg wieder "Woche der Stille". Überall finden Veranstaltungen zum Innehalten statt www.stille-in-freiburg.de . Ich denke, dass es immer wichtiger wird, sich Zeiten zu nehmen, in denen Rückbesinnung auf Wesentliches möglich ist. Daraus kann wieder Kraft wachsen, um den Herausforderungen dieser Zeit auf allen Ebenen gewachsen zu sein.
Zusammen mit Volkhard spiele ich seit vielen Jahren "Meditative Klangreisen", meistens in meinem Ebneter Praxisraum. Manchmal aber auch anderswo, so auch in diesem Jahr wieder aus Anlass der "Woche der Stille" in der Begegnungsstätte am Kreuzsteinäcker in Littenweiler. Interessierte sind herzlich eingeladen, mit uns eine Stunde der Entspannung und klangvollen Stille zu teilen am Samstag, dem 10. November um 16 Uhr (Eintritt frei, Spenden sind willkommen) Mehr Infos http://www.ulrike-fahlbusch.de/klangreise.html

Drum Family Sommercamp Nachlese August 2018

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Drum Family, liebe Unterstützer*innen und Interessierte!

Wir sind von unserem Sommercamp zurück und noch klingen in mir die intensiven Erfahrungen der vergangenen Woche nach. 13 Kinder und 22 Erwachsene (plus einige Tagesgäste) aus vielen Teilen dieser Welt mit sehr verschiedenem kulturellen Hintergrund haben sich auf dieses Abenteuer eingelassen. Ich habe selten so ein fürsorgliches und aufgeschlossenes Miteinander erlebt, in dem jede und jeder den eigenen Möglichkeiten entsprechend einen Beitrag zum Gelingen beiträgt. Das war wirklich besonders und ich möchte mich hier bei allen bedanken, die dabei waren.

Mein Dank geht darüberhinaus an die, die durch ihr Zutun das Camp überhaupt ermöglicht haben. Da waren zunächst die großzügigen privaten Spenden, die so frühzeitig auf das Spendenkonto eingegangen sind, sodass ich mich überhaupt getraut habe, die Camp Idee voranzubringen! Dann die Essensplanung, der Einkauf, der Transport der Lebensmittel und der Trommeln, die Bereitstellung von Autos, Anbieten von Mitfahrgelegenheiten, Schlafsackspenden uvm. Hilfreich war auch das Entgegenkommen der Gemeinde Wieden bei der Kurtaxe, die finanzielle Förderung durch die Bürgerstiftung Kirchzarten und der Weissklöppelstiftung sowie die Unterstützung durch einzelne Betreuungspersonen im Vorfeld des Camps. Nicht zu vergessen - ermutigende Worte und klärende Gespräche!

Was haben wir die ganze Woche eigentlich gemacht? Natürlich haben wir viel getrommelt und musiziert. Rhythmus ist ein starkes Bindegewebe, das Menschen und Kulturen zusammenbringt. Aber es waren auch andere Aktivitäten, die das Miteinander positiv befeuert haben wie z.B. gemeinsames Kochen, Spazierengehen, Malen, Lagerfeuer, Kräuterwandern, Singen, Kaffee rösten und einfach nur dasitzen, die schöne Landschaft genießen, den Regenbogen und die Sternschnuppen bestaunen!

Nun sind wir zurück im Alltag und nicht für alle wird dieser Alltag unbeschwert sein. Ich denke, dass wir durch diese Woche noch besser verstehen können, was es eigentlich bedeutet, in einem „fremden“ Land ein Leben aufbauen zu müssen. Wir haben aber auch einmal mehr erfahren, wie bereichernd es sein kann, sich auf unterschiedlichste Lebenswelten einzulassen. Und natürlich hoffe ich, dass das Camp für unsere Teilnehmenden mit Migrationshintergrund ein Stück mehr zum "Ankommen" beigetragen hat. Vielleicht kann so ein Camp ja auch ein ermutigendes Vorbild sein für eine Welt, in der Menschen füreinander da sind, einander einen sicheren Hafen geben - eine Welt, in derTrennung und Gewalt, Angst und Hass überwunden wird. Wir sind jedenfalls auf dem Weg!

Hier noch der Link auf den Artikel vom gestrigen Samstag über unser Camp https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.todtnau-wir-sind-eine-menschheitsfamilie.5484602f-9fd6-4df8-adb6-14661455d13d.html   

Und unter diesem Link ist eine Auswahl an Fotos zu sehen - viel Spaß beim Anschauen: https://www.onlinestorage.1and1.com/share/p98k47e9tw

Herzliche Grüße und willkommen bei der Drum Family

Rundbrief Juni 2018
Liebe Freundinnen und Freunde unserer DrumFamily, lieber Unterstützer*innen und Interessierte!

Der Sommer schreitet munter voran und es ist sehr angenehm, dass wir unsere rhythmischen Begegnungsaktivitäten meistens unter freiem Himmel durchführen können. Wir spielen - ja ... immer noch und immer wieder gern  -  jeden Montag im Schülerhaus auf der Terrasse, ab und an kommen Zaungäste oder spontan Mitspielende. Sehr schön war auch das letzte Trommel Cafe, das Picknick zum Tag der offenen Gesellschaft, und letzte Woche waren wir zu Gast beim bunten, interkulturellen Jubiläumsfest vom Haus 197 in Littenweiler.

Wie ja schon angekündigt, werden wir den Sommer über kein Trommel Cafe organisieren, aber bestimmt noch das eine und andere Picknick. Aktuell sind wir verstärkt mit den Vorbereitungen für das Sommercamp in Wieden beschäftigt und freuen uns über Unterstützung in Form von: Geldspenden, Hilfe beim An- und Abtransport, Ausleihe oder Spende von Schlafsäcken, Zelten und Spannbettlaken, auch freuen wir uns über Marmeladen und sonstige leckere Lebensmittelspenden.
Das nächste Vorbereitungstreffen ist am Sonntag, dem 8. Juli um 18 Uhr in Ebnet. Wer sich einbringen möchte, ist willkommen.
Mehr Infos http://www.lebnetz.de/interkulturelles-drum-family-sommercamp-2018.html

Mit dem Camp wollen wir einmal mehr ein Zeichen setzen für ein friedliches, offenes und tolerantes Miteinander unterschiedlichster Kulturen.

Denn Zeichen setzen ist wichtiger denn je. Ich gestehe, dass es mir zunehmend die Sprache verschlägt, wenn ich die Tagesmeldungen verfolge. Wo bleibt der Aufschrei angesichts der offenbar immer mehr gesellschaftsfähig werdenden Ausgrenzung, Verachtung und Gleichgültigkeit gegenüber der Menschen, die sich in Not und Verzweiflung befinden? Wer kann guten Gewissens damit leben, dass das Mittelmeer zum Massengrab geworden ist? Wer kann schweigend zusehen, wie Helfende kriminalisiert werden und Politiker*innen ungerührt ihre Machtspiele ausüben? Und: Als Jugendliche habe ich meine Eltern verzweifelt gefragt, wie "das mit Hitler" geschehen konnte und warum sie nichts dagegen getan haben. Inzwischen verstehe ich es. Vielleicht ist den "Kopf in den Sand zu stecken" allzu menschlich. Vielleicht ist Angst (vor dem Fremden, dem Neuen, der Veränderung überhaupt) eine allzu starke Emotion, um sich ihr freiwillig zu stellen und Meinung zu beziehen. Aber wir werden es tun müssen. Deshalb zum Schluss dieses Statement mit den Worten von Konstantin Wecker: Stoppen wir den Zug der Unmenschlichkeit, ermutigen wir uns dazu gegenseitig.

Rundbrief Pfingsten 2018
Am Pfingstmontag und den anderen Montagen in den Pfingstferien sind wir übrigens zur gewohnten Zeit (ab 17.30 Uhr) beim Trommeln im Schülerhaus anzutreffen. Gäste sind jederzeit willkommen!!

Was gibt es noch?

Datenschutzverordnung
Aktuell geht überall das Gespenst der neuen Datenschutzverordnung um.... auch mit sowas müssen wir uns (ähh, leider ) befassen. Also - Ich gehe erstmal davon aus, dass alle in diesem Verteiler unsere Info-Mails auch weiterhin bekommen möchten. Falls jemand keine Mails mehr über diesen Verteiler bekommen möchte, bitte eine Mail an mich senden. Wir haben inzwischen das Impressum mit einem Zusatz zum Datenschutz versehen und ich hoffe sehr, dass damit den neuen Anforderungen Genüge getan ist.
Vielleicht ist ja jemand unter den Rundbriefempfänger*innen fachkundig und kann sich das mal anschauen www.lebnetz.de und mich auf eventuelle Probleme/Mängel aufmerksam machen und zu deren Behebung beitragen. Danke!

Kleidung und Sonstiges in der Schatzkammer Kirchzarten/Dreisamtal
Kürzlich wurde in Kirchzarten die Schatzkammer eröffnet. Dort können Geflüchtete sowie Menschen mit kleinem Geldbeutel gebrauchte Kleidung und manches andere für sehr wenig Geld erwerben. Kleiderspenden wie auch ehrenamtliche Mithilfe sind willkommen. Unter diesem Link sind alle Infos wie auch Öffnungszeiten und Kontaktdaten zu finden https://helferkreisfuerfluechtlingekirchzarten.wordpress.com/infos-archiv/#Schatzkammer-Eroeffnung-16-04-2018

Kunst und Kultur in der Einwanderungsgesellschaft
In einer gemeinsamen Studie von der Bertelsmannstiftung und der Unesco wurde untersucht, welche Bedeutung Kultur und Kunst für die Integration von Geflüchteten und Migrant*innen hat. Sehr schön, denn dadurch wird deutlich, wie sinnvoll es ist, wenn Bund, Länder und Kommunen kulturelles Engagement stärken. Hier der Link für alle, die es interessiert: http://www.deutschlandfunkkultur.de/studie-zu-kunst-und-einwanderung-kulturelle-teilhabe-von.1895.de.html?dram:article_id=418026
Auch unsere Drum Family geht in dieser Hinsicht ihren Weg. Wir laden ein zum gemeinsamen Erleben, zum gemeinsamen Gestalten. Integration braucht aktive Teilhabe von allen Seiten, braucht Ermutigung und Begegnung auf Augenhöhe - dafür schaffen wir Raum. Danke an alle, die uns auf die eine und andere Weise unterstützen bzw. sich aktiv beteiligen.

Interkulturelles Sommercamp
Die Planungen nehmen inzwischen Form an und wir freuen uns sehr darauf, eine Woche lang täglich gemeinsam trommeln, malen und Zeit miteinander verbringen zu können. Für die Übernachtung im Haus gibt es aktuell keine Plätze mehr, aber wie inzwischen ja bekannt, sind Tagesgäste willkommen.... also bei Interesse schon mal in den Terminkalender eintragen. Nach wie vor freuen wir uns auch über finanzielle Beiträge, seien sie auch noch so klein, auf unser Spendenkonto, siehe dazu hier http://www.lebnetz.de/interkulturelles-drum-family-sommercamp-2018.html

Das war`s für heute. Wir freuen uns, wenn Ihr diese Einladung in euren Netzwerken weiterleitet und mit Familie und Freund*innen von nah und fern vorbeischaut.

Herzliche Grüße

Ulrike Fahlbusch für die Drum Family


Rundbrief 6. Mai 2018
Unser nächstes Trommel Cafè im Schülerhaus Dreisamtal findet am Samstag, dem 26. Mai von 15 - 18 Uhr, statt. Dazu möchte ich hiermit schon mal herzlich einladen.
Der Zeitpunkt liegt diesmal  mitten im Ramadan. In dieser Zeit essen und trinken Muslime tagsüber nicht und viele Gläubige finden auch Musizieren unangemessen. Der senegalesiche Musiker Youssou N`dour, in Westafrika ein sehr bedeutender Meinungsführer und selbst gläubiger Muslim, hat vor mehr als 10 Jahren mit seinem  Projekt "Egypt"  dieses Tabu durchbrochen. Er machte religiöse Texte zum Inhalt einer CD, umgesetzt mit arabischen und westafrikanischen Musiker*innen. Nachdem er während des Ramadan mit dieser Musik durch Europa tourte, ging ein Aufschrei durch den Senegal und der sonst so hoch angesehene Musiker wurde massiv angegriffen. Die Dokomentation " I bring what I love " zeigt eindrucksvoll die Geschichte dieses Tabubruchs und auch, dass ein toleranter Islam existiert, auch wenn er allzu wenig in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Hier der Trailer auf youtube https://www.youtube.com/watch?v=Zo8cWUqdZ6A

Unser letztes Trommel Cafe vor zwei Wochen fand bei strahlendem Sonnenschein im Schülerhaus statt, ein buntes wirbelndes Miteinander mit vielen Menschen. Wenn das friedliche, lebendige Miteinander Menschen so unterschiedlicher Herkunft und Weltanschauung im Kleinen möglich ist, warum nicht auch in der großen Weltgemeinschaft? Es fällt schwer zuzuschauen, wie sich Aggression und Hass immer mehr aufschaukeln und dass die Politik unfähig ist, humane und sinnvolle Lösungen hervorzubringen. Da kommen mitunter Gefühle der Ohnmacht auf und Fragen nach dem Sinn des eigenen Engagements. Ich persönlich finde es wichtig, diese Zweifel wahrzunehmen und auszusprechen, denn alles was verdrängt, beiseite geschoben wird, existiert ja trotzdem weiterhin ... Glücklicherweise haben wir das Medium Rhythmus, Musik und Tanz - es befreit von Spannungen, gibt Kraft und öffnet wieder neue Perspektiven

Im Juni und Juli gibt es übrigens kein Trommel Cafe, damit wir Zeit für spontanes Spielen und für andere Events haben. Z.B. sind wir am Freitag, dem 22. Juni ab 17 Uhr zu Gast im Haus 197 in Littenweiler, dort wird 20 jähriges Jubiläum gefeiert und wir laden zum Mitspielen ein.

April 2018
Wir waren in Gambia. Hier könnt ihr einen Bericht mit Einschätzungen und Erfahrungen lesen Klick

März 2018
Das letzte Trommel Cafè liegt nun fast eine Woche zurück und ich möchte mich hiermit nochmal herzlich bei allen bedanken, die dabei waren und zum Gelingen des Nachmittags beigetragen haben. Es hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht.
Schön zu sehen, wie durch die Kontinuität der Treffen das Miteinander vertrauter wird und auch neue Gäste (ob einheimisch oder zugewandert) den Weg zu uns finden. Ganz besonders freut mich, dass ein paar der (inzwischen schon öfter) teilnehmenden Kinder sich zunehmend positiv in den Trommelkreis einfügen. Denn die Trommeln verlocken doch sehr, mit ihnen Krach zu machen und es ist nicht immer ganz einfach zu entscheiden, ab wann ein sanftes Eingreifen sinnvoll ist. Ich persönlich bin jedoch zutiefst überzeugt, dass "Vorbild geben statt zu belehren" der nachhaltigste Weg in sozialen und interkulturellen Lernprozessen ist. Dazu braucht es Raum, in dem Menschen sich immer wieder begegnen können. So kann Vertrauen wachsen und wir können Stück für Stück einander besser verstehen. Ich glaube, dass wir als Einheimische nur sehr begrenzt verstehen, wieviel Verzweiflung, Angst, Heimweh, Schlaflosigkeit, Trauer und Sorge die Menschen belastet.
Der Dichter und Schriftsteller Ilja Trojanow, selbst ein Geflüchteter, schreibt in seinem Buch "Nach der Flucht":  Die Flucht wirkt nach, ein Leben lang. Nichts an der Flucht ist flüchtig, sie stülpt sich über das Leben und gibt es nie wieder frei. Ein lesenswertes Buch für uns alle, die wir den bei uns Zuflucht suchenden Menschen zur Seite stehen und mit ihnen leben möchten.


Spenden für das Interkulturelles Sommercamp in Wieden - Danke!!

Mein großes Danke geht an die Menschen, die unser Drum Family Sommercamp mit ihrer Spende unterstützen. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt nicht zu realisieren. Denn leider ist es sehr schwer, Projektförderung zu erhalten. Die Ausschreibungen sind zumeist so kompliziert und unrealistisch verfasst, dass es nahezu unmöglich für uns ist, darüber Gelder zu generieren. Es ist inzwischen aber genug Geld (2700 EUR ) auf unserem Spendenkonto eingegangen, dass wir immerhin schon die Miete für das Gruppenhaus zahlen können. Damit ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen. Es fehlt nicht mehr viel, dann können wir uns sorgenfrei auf das Sommercamp freuen und uns auf die inhaltliche Gestaltung konzentrieren. Wer also noch ein bischen Geld übrig hat und unser rhythmisches Integrationsprojekt unterstützen möchte, findet hier Infos und das Spendenkonto http://www.lebnetz.de/interkulturelles-drum-family-sommercamp-2018.html
Im April werden wir zu einem weiteren Vorbereitungstreffen einladen. Wer dabei sein möchte, sagt mir Bescheid, damit ich euch den Termin durchgeben kann.

Zum Schluss
Im Anhang finden sich ein paar Fotos mit Eindrücken vom Trommel Cafè, dem Montagstrommeln und dem "Markt der Möglichkeiten für Geflüchtete", an dem wir teilgenommen haben. Auf einem Foto ist das Drum Family Plaket zu sehen, das seit dem letzten Jahr an der Hauswand des Schülerhauses hängt. Das Plakat ist immer mal wieder ein "Aufhänger", um mit Vorbeigehenden ins Gespräch zu kommen. Es wird also wahrgenommen und regt zum Dialog an. Mir gefällt es sehr, dass das Schülerhaus e.V. damit ein klares Statement für bunte Vielfalt nach außen gibt. Davon würde ich gern mehr in unserer Region sehen. Gemeinsam die Stimme erheben für Integration und gelingendes Miteinander. Auf geht`s

Dezember 2017
Seit mittlerweile 3 Jahren steckt sehr viel Herzblut und Engagement in dem Drum Family Projekt. Wir sind durch viele Höhen und Tiefen gegangen, haben an vielen Schicksalen teilgenommen und staunen auch immer noch, was Menschen auf sich nehmen, um Krieg, Verfolgung und Hoffnungslosigkeit hinter sich zu lassen. Wenn auch herausfordernd, sind die Erfahrungen doch insgesamt sehr bereichernd. In diesem Jahr ist zu dem regelmäßigen Montagstrommeln das Trommel Cafè Projekt hinzu gekommen und nun planen wir das 1. Interkulturelle Drum Family Sommercamp 2018 !! So haben wir (Volkhard, Sidi, Yaya und ich, siehe Foto) im November das Haus besichtigt und freuen uns sehr auf das Camp. mehr Info

Ende August waren wir zu Gast beim Begegnungsfest in der Flüchtlingsunterkunft in Gundelfingen. Das war ein sehr gelungenes Miteinander, hat viel Freude und neue Freundschaften gebracht. Hier der Artikel in der Bz http://www.badische-zeitung.de/gundelfingen/voellig-friedlich-und-harmonisch--141101705.html

Am Samstag, dem 28. Oktober 2017 gibt es - in Kooperation mit der VHS Dreisamtal - die Veranstaltung "Drum Circle - Trommeln für Alle", gemeinsames Trommeln, gespickt mit einer kleinen Einführung und bei Bedarf mit Möglichkeit zur Reflektion. Denn es kommt doch immer wieder vor, dass Menschen staunend reagieren, wenn sie merken, dass die grooves nicht einstudiert sind. Gerade dieses freie Spielen kann aber zu einem Beispiel von demokratischem, gleichberechtigen Miteinander auf Augenhöhe werden und Integrationsprozesse fördern. Ich freue mich, wenn wir immer mehr Menschen werden, die diese besondere Art des Trommelns und Singens kultivieren. Denn es schließt niemanden aus, jede/r ist willkommen und hat einen Platz in der Gemeinschaft/ in der Gesellschaft Natürlich geht das nicht reibungslos, aber Reibung erzeugt Hitze, bringt etwas in Wallung, in Bewegung, weicht Verkrustetes auf und macht Neues möglich!

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29. Juli 2017 Gestern hatten wir (mal wieder) ein sehr schönes, rundum wohltuendes und gelungenes Trommel Cafè. Fetzige spontane grooves, rhythmisch aufgepeppte deutsche Heimatlieder, ein Kinderlied aus England, ein indisches Mantra ... all dies hatte Raum nebeneinander. Besonders aber hat wohl Hassan die Herzen von uns allen erobert, ein 11 jähriger Junge aus Syrien, der mit einem inbrünstigen Lied über das Sterben im Mittelmeer seine Mutter zum Weinen brachte. Beruhigend zu sehen, wie Kinder ihren Weg finden, die traumatischen Erfahrungen und den Verlust von Heimat für sich zu verarbeiten. Und schön, dass wir mit unserem Trommelprojekt dafür einen Rahmen schaffen können. Es ist für alle Beteiligten ein "Gewinn". Und Hassan hat zum Glück nicht nur Trauriges in seinem Repertoire  - es folgten Liebeslieder und Spaßiges aus der alten Heimat...

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Es ist immer wieder schön zu erleben, wie eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Menschen zu einem gemeinsamen "groove" finden kann, trommelnd, spontan singend, improvisierend. Wer das nicht selbst erlebt hat, kann es sich oft nicht vorstellen, dass diese grooves nicht einstudiert sind sondern spontan entstehen. Das gelingt sehr oft, ja meistens, wenn auch nicht immer. Es fordert den Teilnehmenden in erster Linie die Bereitschaft ab, einander zuzuhören und einander zu ergänzen, dem gemeinsamen Spiel etwas Eigenes beizusteuern ... eben das, was den eigenen Möglichkeiten entspricht. Jeder Mensch hat etwas zu geben und das ist unabhängig von der Herkunftskultur, von Alter, Geschlecht, Wissen oder Vorerfahrung! So ist ein Drum Circle eine wunderbare Chance, Begegnung auf Augenhöhe zu erleben und die Potentiale vieler verschiedener Menschen zu einem lebendigen, kraftvollen Ganzen zusammen zu fügen. So könnte Integration doch eigentlich gelingen, wenn immer mehr Menschen diese Grundlagen menschlichen Miteinanders leben würden?
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Der Begründer der weltweiten Drum Circle Bewegung Arthur Hull sagte einmal, dass gemeinsames Trommeln, das Erleben von rhythmischer Gemeinschaft, die Welt "heilen" kann. Und etwas in mir ist davon auch zutiefst überzeugt, auch wenn der aktuelle Lage Zustand der Menschheitsfamilie und der Natur ein anderes Bild zeigt. Kann eine kleine Drum Family wirklich den Unterschied machen? Lasst es uns gemeinsam versuchen:-)

1. Juli 2017 Fest der Kulturen in Kirchzarten
Wir trommeln mit den Gästen

11. Juni 2017 Rhythmisches, interkulturelles Picknick an der Dreisam
Bunt, lebendig, musikalisch spannend ... unser Meeting bei heißen Sommertemperaturen

25. Mai 2017 > Treffen mit der Freiburger Gambia Hilfe mit dem Ziel der Zusammenarbeit www.gambia-hilfe-freiburg.org

23. Mai 2017 > Wir - die Drum Family - solidarisieren uns mit der Initiative "Unser Veto", eine Gewerkschaft für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe. Weitere Unterstützer*innen erwünscht www.unserveto.de

Danke !
Unser Engagement ist möglich, weil viele Kräfte zusammen wirken. Deshalb hier einfach mal "Danke":
* An das Schülerhaus Dreisamtal e.V. >> Engagement braucht Räume - die werden uns seit Beginn des Projektes Ende 2014 vom Schülerhaus kostenfrei zur Verfügung gestellt - jeden Montag für den Trommelkreis und nun auch für das Trommel Cafè! 

* An die Bürgerstiftung Kirchzarten >> Engagement braucht Öffentlichkeit - durch eine finanzielle Zuwendung von der Stiftung konnten wir Infomaterial drucken sowie eine Fahne. Und auf einem großen Plakat am Schülerhaus sind wir mit dem Statement "Wir leben Vielfalt" präsent.

* An die Caritas >> Unser Projekt braucht Instrumente! Diese hatten wir bisher aus eigenem Fundus zur Verfügung gestellt. Durch die Unterstützung der Caritas war es jetzt aktuell möglich, den Instrumentenbestand gründlich zu erneuern und wir können nun eine größere Vielfalt an Perkussion und Trommeln zum Spielen nutzen. Das ist sehr motivierend und eröffnet neue Möglichkeiten - insbsondere für das Trommel Café. Extra großer Dank an Herrn Klebes, der für uns den Förderantrag gestellt hat !!!

* An die erweiterte Drum Family >> Allen vorweg unsere einheimische Kern - Montagsgruppe, die durch all die Höhen und Tiefen, Flauten und Freuden hindurch stets präsent ist, immer wieder aufgeschlossen ist für neue Menschen ... und die auch das Trommel Cafè und all die weiteren Events durch aktives Wirken möglich macht. Aber auch an alle, die nur gelentlich mal dabei sind ... jene, die neugierig sind, mit uns Gespräche führen und sich einfach für dieses große Thema "Wie kann Integration gelingen?" interessieren. Neben dem Trommeln ist das doch ein ganz beachtlich wichtiger Teil des Projektes. Schlussendlich an alle, die durch Mitdenken, Information verbreiten, Weiterempfehlen und ... unser Engagement stützen.